Der zentrale Zusammenhang lautet nicht bloß „Es gab ein Kartell, daher entstand ein Schaden“. Zu zeigen ist, dass das konkrete Verhalten den Preis, die Absatzchance oder eine andere wirtschaftliche Position beeinflusst hat. Bei einem Abnehmer können Einkaufszeitraum, Produkt, Lieferstufe und gezahlter Preis entscheidend sein. Bei einem Wettbewerber braucht es einen plausiblen Vergleich mit dem Verlauf ohne die abgestimmte Verhaltensweise.
Die Richtlinie lässt die nationalen Regeln zur Kausalität grundsätzlich bestehen, verlangt aber eine wirksame und nicht praktisch unmögliche Durchsetzung des unionsrechtlichen Ersatzanspruchs. Das bedeutet nicht, dass jede wirtschaftliche Verschlechterung ersetzt wird. Andere Ursachen wie Nachfrageänderungen, Lieferengpässe, eigene Kapazitätsgrenzen oder eine unabhängige Preisentwicklung müssen berücksichtigt werden.
Für die Prüfung sollten Sie die betroffenen Geschäfte mit Datum, Menge, Lieferant, Preis und Zahlungsnachweis erfassen. Wettbewerber sollten zusätzlich Kundenbewegungen, Angebote, Auftragsverluste, Auslastung und Vergleichszeiträume ordnen. Eine verständliche Zeitachse ist oft wertvoller als eine unkommentierte Sammlung einzelner Rechnungen.